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China kämpft ebenfalls um seine Währung: Der Yuan ist auf den niedrigsten Stand seit 2007 gesunken, was jedoch nicht unerwartet ist


Nach Russland muss auch China um die Stabilität seiner Währung kämpfen.

Nach Russland muss auch China um die Stabilität seiner Währung kämpfen.

Contributor/Getty Images

Nach Russland kämpft nun auch China um die Stabilität seiner Währung Der Yuan fiel in dieser Woche zum US-Dollar und zum Euro auf den tiefsten Stand seit 2007.

Chinas staatlich kontrollierte Nationalbank habe Banken angewiesen, zugunsten des Yuan am Devisenmarkt zu intervenieren, berichtete Bloomberg.

Anders als Russland kommt China eine Abwertung seiner Währung aber nicht ungelegen. Sie würde Chinas Exporte günstiger machen und helfen, die schwache Konjunktur in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zu stützen.

Nach Russland kämpft jetzt auch China um die Stabilität seiner Währung. Der chinesische Yuan war in den vergangenen Wochen infolge der zunehmenden wirtschaftlichen Probleme in China unter Druck geraten. Zur Wochenmitte fiel der Yuan zum US-Dollar und auch zum Euro auf den tiefsten Stand seit 2007. Zeitweise mussten für einen Dollar mehr als 7,30 Yuan gezahlt werden.

Bei diesem Niveau sah sich Chinas kommunistische Regierung offenbar veranlasst, einzugreifen. Die staatlich kontrollierte Nationalbank habe Banken angewiesen, auf den Devisenmärkten zugunsten des Yuan zu intervenieren, berichtete die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg.

Die chinesische Führung erwäge, den Abbau von Devisenreserven der Banken, um die Volatilität und eine zu schnelle eine Abwertung ihrer Währung zu verhindern, sagten die Quellen Bloomberg. Die Initiative habe begonnen, als der Yuan in Richtung 7,35 Yuan pro Dollar fiel. Diese sei ein Niveau, das die oberste Führung sehr genau beobachte.

Das unterscheidet den Fall des Yuan vom Rubel

Dennoch liegt der Fall in China anders als bei der Rubel-Krise in Russland. Der Rubel steht infolge der des Ukraine-Krieges und der westlichen Sanktionen unter Druck. Russlands Überschuss im Außenhandel ist eingebrochen, weil das Land weniger Geld mit seinen Energieexporten einnimmt. Zudem haben die Sanktionen Russlands Importe verteuert. Die Inflation in Russland steigt.

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Als der Rubel unter 100 Rubel je Dollar fiel, intervenierte die Zentralbank. Sie hob die Zinsen drastisch auf zwölf Prozent an, beendete den Kauf von Fremdwährungen und drohte, Unternehmen zu zwingen, Devisen in Rubel zu tauschen. Der Rubel stabilisierte sich daraufhin bei etwa 94 Rubel je Dollar.

China könnte eine Abwertung des Yuan dagegen sogar helfen, die schwache Konjunktur zu belegen. Die Regierung in Peking will aber verhindert, dass dies zu abrupt geschieht. Ein billigerer Yuan würde auch Waren aus China für Kunden im Ausland, vor allem in den wichtigen Exportmärkten USA und Europa günstiger machen. Die Ausfuhren sind ein wichtiger Wachstumsmotor für China. Dass eine Abwertung des Yuan Importe verteuern und damit die Inflation befeuern könnte, ist für China aktuell kein Problem. Im Gegenteil: aktuell sinken die Preise in China. Dem Land droht eher die Abwärtsspirale einer Deflation.

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Der Yuan „sollte schwach genug sein, um die Exportindustrie zu unterstützen, aber nicht dramatisch schwächer werden, da dies den Druck erhöhen würde, Kapital aus China abzuziehen“, sagte Ulrich Leuchtmann, Leiter der Währungsstrategie der Commerzbank AG zu Bloomberg.

Die Behörden in China prüfen laut Bloomberg auch, ob Unternehmen durch spekulative Geschäfte gegen den Yuan seinen Verfall beschleunigen hätten. Solche Ankündigungen sind in dem autoritär regierten Land oft auch Drohungen gegen die Verantwortlichen in Unternehmen.

Chinas Regierung hatte in dieser Woche überraschend schwache Wirtschaftsdaten melden müssen. Für Unruhe sorgte, dass das Regime bis aus Weiteres keine Zahlen mehr zur Jugendarbeitslosigkeit nennen will. Sie lag zuletzt bei 21 Prozent und ist eines der großen Probleme der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.

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Author: Jim Ford

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